Espressokanne für die Kochplatte / Herd

In Italien steht sie auf nahezu jedem Herd und läuft beinahe ununterbrochen. Gemeint ist die klassische achteckige Espressokanne aus Aluminium, mit der sich ein starker, espressoähnlicher Kaffee auf einer normalen Kochplatte zubereiten lässt. Die Maschine besteht aus drei Teilen.

Auf den Herd stellt man zunächst den Kessel, den man bis zu seinem Sicherheitsventil mit Wasser füllt. Darin wird ein Trichter eingesetzt, in den nun – je nach gewünschter Stärke – das Espressomehl eingefüllt wird. Obenauf schraubt man schließlich das Kannenoberteil. Es dient dazu, den fertigen Kaffee aufzufangen. Dieser entsteht, indem das Wasser im Kessel zu kochen beginnt, dadurch nach oben durch den Trichter und das Kaffeemehl getrieben wird und schließlich als fertiger Kaffee durch das Steigrohr in den oberen Teil der Kanne fließt.

Technisch betrachtet ist es – trotz der hierzulande verwendeten Bezeichnung – eigentlich jedoch kein Espresso, der dort aufgefangen wird. Denn echter Espresso entsteht erst ab einem Druck von mindestens sechs, eher neun Bar, während in einer Espressokanne je nach Temperaturzufuhr, Wassermenge und dem Mahlgrad des Kaffeemehls lediglich ein bis eineinhalb Bar Druck entstehen können, die das Wasser durch das Mehl treiben. So kann sich auch nicht die von „echten Espressomaschinen“ gewohnte, hellbraune und als Crema bezeichnete Schaumschicht auf dem Kaffee bilden. Korrekterweise wäre der Kaffee aus der Espressokanne demnach als Mokka zu bezeichnen.

Es gibt jedoch neuere Entwicklungen, bei denen über ein zusätzlich im Steigrohr angebrachtes Ventil ein höherer Druck erzeugt wird, da der Kaffee zunächst aufgestaut wird, bevor er dann in einem Rutsch in den oberen Teil der Maschine schießt. So entsteht eine echte Crema und auch ein Kaffee, der an die vom Istituto Nazionale Espresso Italiano (dt.: Nationales Institut für italienischen Espresso) festgelegten Kriterien für eine Tasse Espresso herankommen kann und sich der Kocher demnach auch mit Recht als Espressokanne bezeichnen darf.